Aktionstage gegen Rassismus 2026 - Rückblick
Flyer Aktionstage gegen Rassismus [pdf, 2.9 MB]
Aktionstage gegen Rassismus 2026 - Rückblick
Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Rund um diesen Tag finden auch in zahlreichen Schweizer Kantonen und Städten Veranstaltungen und Aktionen gegen rassistische Diskriminierung statt. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen beteiligte sich die Stadt Frauenfeld erstmalig an den Aktionstagen gegen Rassismus. Während zwei Wochen fanden verschiedene Veranstaltungen für die Öffentlichkeit statt, die zum Ziel hatten, über das Thema Rassismus zu informieren und zu einer Auseinandersetzung damit anzuregen.
Medienbeitrag:
Thurgauer Zeitung vom 6. März 2026
Social-Media Posts:
Denkanstösse zum Thema Rassismus im Rahmen des "Infoversum" [pdf, 29.3 MB]
Informationen und Hintergründe zur Teilnahme an der Kampagne
Warum macht die Stadt Frauenfeld bei der Kampagne «Aktionstage gegen Rassismus» mit?
Die Stadt Frauenfeld möchte unter dem Motto «Rassismus ist keine Meinung» ein öffentliches Zeichen setzen und zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Meinungen sind durch das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung geschützt, aber nur solange die Würde anderer Menschen geachtet wird. Rassismus verletzt zudem ein Grundrecht, nämlich den Schutz vor Diskriminierung.
Das Amt für Gesellschaft und Integration der Stadt Frauenfeld macht aktiv bei der Kampagne mit, weil es vom Kanton Thurgau den Auftrag hat, gegen rassistische Diskriminierung zu sensibilisieren. Auf der Seite der kantonalen Fachstelle Integration gibt es weitere Informationen dazu.
Was ist Rassismus? Gibt es eine Definition?
Es gibt verschiedene Definitionen von Rassismus – je nachdem, aus welchem Blickwinkel man sich mit diesem Thema beschäftigt. Eine gute Übersicht mit Erklärungen und den unterschiedlichen Formen von Rassismus bietet die Seite humanrights.ch
Grundsätzlich beschreibt der Begriff Rassismus, dass Menschen aufgrund tatsächlicher oder nur angenommener Merkmale abgewertet werden. Zu den Merkmalen zählen unter anderem: Hautfarbe, Sprache, Name, Staatsangehörigkeit oder Religion. Diese Abwertung kann bei betroffenen Menschen zu grossen Benachteiligungen (z.B. bei der Stellensuche), zu demütigenden Erfahrungen (z.B. beschimpft werden) oder zum Erleben von körperlicher Gewalt führen.
Rassismus betrifft nicht nur Einzelpersonen und zwischenmenschliche Beziehungen, sondern geht darüber hinaus: Rassismus hat eine Geschichte und ist deshalb tief verankert in unserer Gesellschaft und ihren Strukturen. Er entsteht durch ungleiche Machtverhältnisse, indem Gruppen von Menschen abgewertet und deshalb als unterlegen angesehen werden. Eine Übersicht über die historische Dimension des Rassismus bietet das «Historische Lexikon der Schweiz». Diese Machtverhältnisse wirken sich auch darauf aus, wer auf welche Weise dargestellt wird (oder eben nicht dargestellt wird), z.B. in Büchern, Filmen und Lehrmaterialien.
Wieso betrifft mich dieses Thema?
Rassismus bleibt dann bestehen, wenn er als ein «Problem der anderen» betrachtet wird. Er betrifft uns aber alle, da er ein gesellschaftliches Phänomen ist, das ein friedliches Zusammenleben stört und zu Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt führt. Deshalb ist es in unserer Verantwortung, Rassismus nicht zu ignorieren, sondern ihn zu erkennen und mit unserem Tun mitzuentscheiden, welche Werte wir als Gesamtgesellschaft an zukünftige Generationen weitergeben.
Die Zahlen zeigen: Rassismus ist eine Realität in der Schweiz und viele Menschen sind täglich damit konfrontiert. Fast jede 6. Person in der Schweiz ist von rassistischer Diskriminierung betroffen. Besonders betroffen sind gemäss Statistiken junge Menschen und Personen mit einer Migrationsgeschichte. Die Diskriminierung kann in allen möglichen Lebensbereichen stattfinden, besonders häufig werden in den Meldungen genannt: der Arbeitsalltag, der öffentliche Raum, die Schule und die öffentliche Verwaltung. Eine gute Übersicht mit Statistiken liefert die Seite der nationalen Fachstelle für Rassismusbekämpfung.
Rassistische Aussagen und Handlungen haben reale Konsequenzen: Für Betroffene kann die psychische Belastung sehr gross sein. Wenn rassistische Aussagen und Handlungen toleriert oder geduldet werden, verfestigen sich bestehende Ungleichheiten und Strukturen. Dies kann sich beispielweise in institutionellen Entscheidungen zeigen, etwa beim Zugang zu Bildungsangeboten, auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Wohnungssuche.
Grundsätzlich gilt: Es ist nicht Aufgabe von betroffenen Menschen, andere über Rassismus aufzuklären. Wer Rassismus nicht selbst erlebt, sollte die Verantwortung dafür übernehmen, sich selbst zum Thema zu informieren und damit auseinanderzusetzen.
Was kann ich tun?
Wir alle sind Teil dieser Gesellschaft und können uns aktiv mit dem Thema Rassismus befassen und uns informieren – sei es als Privatperson, bei unserer Arbeit, in der Schule, im Verein usw.
- Ich kann mich über das Thema informieren und mich mit meinen Privilegien sowie Vorurteilen auseinandersetzen.
- Ich kann Betroffene und ihre Erfahrungen ernst nehmen und Solidarität zeigen.
- Ich kann im Alltag meine Sprache bewusst nutzen und einsetzen.
- Ich kann mich gegen rassistische Aussagen und gegen Ausgrenzung äussern.
- Ich kann mit Kindern über das Thema sprechen, z.B. mithilfe von Kinderbüchern.
Wer rassistisch diskriminiert wird, Fragen dazu hat oder vielleicht selbst beschuldigt wird, kann sich an die HEKS Beratungsstelle gegen Rassismus und Diskriminierung wenden. Die Beratungsstelle kann in Konfliktsituationen auch eine Vermittlung anbieten.
Eine niederschwellige Beratung kann in Frauenfeld auch durch die Fachstelle Integrationsförderung in Anspruch genommen werden.
Ich bin unsicher, was ich noch sagen darf und was nicht?
Sprache kann verletzen, auch wenn es keine Absicht war. Sprache und ihre Bedeutung verändert sich ständig und es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Gegen diese Unsicherheit gibt es ein hilfreiches Glossar der Fachstelle Rassismusbekämpfung.
Wo finde ich weitere Informationen zum Thema?
Allgemeine Informationen:
- Rassismus in Zahlen (Übersichten, Statistiken): https://www.frb.admin.ch/de/rassismus-in-zahlen
- Die Podcastreihe der Fachstelle Rassismusbekämpfung namens «Antirassismus: einfach komplex» ermöglicht unterschiedliche Perspektiven auf das Thema.
Schule und Bildung:
- Das Werk «No to Racism – Grundlagen für eine rassismuskritische Schulkultur», vermittelt Hintergrundwissen und befähigt durch praktische Beispiele.
- Die Studie der EKR «Rassismus und Repräsentation gesellschaftlicher Diversität in Lehrmitteln» liefert wichtige Erkenntnisse zum Thema aus wissenschaftlicher Sicht.
- Das «Kollektiv Kritische Lehrpersonen» beschäftigt sich mit dem Bildungssystem und der eigenen Rolle darin.
Arbeitsalltag:
- Der «HEKS Werkzeugkoffer für einen diskriminierungsfreien Berufsalltag» ist eine wertvolle Unterstützung für Fragen, die im Arbeitskontext auftauchen. Der Koffer kann flexibel für Gruppen und Teams eingesetzt werden und bietet Infomaterial sowie Fallbeispiele. diversu
Antimuslimischer Rassismus:
- Eine neu publizierte Grundlagenstudie (2025) zu Antimuslimischem Rassismus in der Schweiz kann hier heruntergeladen werden (auch Kurzfassung): https://www.frb.admin.ch/de/studien-und-berichte
Mit Kindern und Jugendlichen über Rassismus sprechen:
- «Gib mir mal die Hautfarbe» ist ein praktischer Ratgeber, der sich an Eltern, Pädagog:innen und weitere Erwachsene richtet.
- Das Werk «Rassismus, Antirassismus und du» schärft den Blick dafür, wo der Ursprung rassistischer Ideen liegt und eignet sich für Leser:innen ab 10 Jahren.
- Der Instagram-Account «Vor.Bilder.Bücher» (@vor.bilder.buecher) gibt praktische Büchertipps für Kinder und Jugendliche (bis 16 Jahre) zum Thema.
Programm der Aktionstage, 9.-22. März 2026
«Vielfalt lesen – Vielfalt leben: Eine Ausstellung»
Präsentation einer Auswahl von positiven Erzählungen aus dem Themenkomplex.
Ort: Kantonsbibliothek Thurgau, Eingangsbereich Kantonsbibliothek
Eine Veranstaltung der Kantonsbibliothek Thurgau
Special im 20gi-Jugendhuus
Ein interaktives Angebot der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi.
Ort: 20gi-Jugendhuus
Offener Bücher(Kühl)Schrank
Mit thematischer Auswahl an Literatur.
Ort: Kulturlokal KAFF
«Infoversum»
Informationen für eine vielseitige Auseinandersetzung mit dem Thema von und für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Ort: Schaufenster des Stadtlabors und auf Instagram @20gi_youth
Organisiert von der Fachstelle Kinder- und Jugendanimation 20gi in Zusammenarbeit mit dem Kinderrat und dem Jugendrat
Filmvorführung «Nachbarn» von Mano Khalil, Schweiz 2021
Ein berührender Film über gesellschaftliche Toleranz und das nachbarschaftliche Zusammenleben.
Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Regisseur Mano Khalil statt.
Ort und Zeit: Cinema Luna, 13. März 2026, Apéro ab 19.00 Uhr, Start Film um 19.30 Uhr
Eine Veranstaltung der städtischen Fachstelle Integrationsförderung in Zusammenarbeit mit dem Cinema Luna.
Infos und Tickets: www.cinemaluna.ch
Angélique Beldner – «Rassismus im Rückspiegel»
Lesung aus ihrem neuen Buch, moderiert von Cornelia Mechler.
Ort und Zeit: Vortragssaal der Kantonsbibliothek Thurgau, 19. März 2026, 19.30 Uhr
Eine Veranstaltung des Vereins Bibliothek der Kulturen in Zusammenarbeit mit der Kantonsbibliothek Thurgau
Weitere Infos: www.vbdk.ch
Filmvorführung «Je suis Noires» von Juliana Fanjul, Rachel M'Bon
Ein Film über die Stimmen von Frauen, die gegen Rassismus kämpfen. Mit dem Vorfilm «Ethereality» der ruandisch-schweizerischen Filmemacherin Kantarama Gahigiri.
Ort und Zeit: Cinema Luna, 22. März 2006, 11.00 Uhr
Eine Veranstaltung des Cinema Luna in Zusammenarbeit mit der städtischen Fachstelle Integrationsförderung
Infos und Tickets: www.cinemaluna.ch

